Montag, 7. November 2016

Die Internationale Klasse an der FSM


Dass es an unserer Schule seit diesem Schuljahr eine neu gegründete, internationale Klasse geben soll, haben einige von euch vielleicht schon gehört. Wie aber diese Klasse aussehen soll und was genau da gemacht wird, ist doch noch recht unbekannt. Deshalb waren wir für euch unterwegs und haben Frau Schütte ein paar Fragen gestellt:





Pax An: Frau Schütte, wie stellen sie sich denn die Internationale Klasse vor?

Frau Schütte: Also, wir haben momentan 13 Kinder aufgenommen und es werden so 15 bis 18 Kinder insgesamt aufgenommen werden. Alle so im Altersbereich von der fünften bis zur neunten Klasse. Die Kinder kommen aus vielen verschiedenen Ländern, wie zum Beispiel aus Afghanistan, aus dem Irak, aus Syrien, aus Bosnien, dem Kosovo, der Ukraine und aus Ghana. Es sind Kinder aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Sprachen. Es sind Mädchen und Jungen. Sie werden momentan in Deutsch (als Zweitsprache) von unserer neuen Kollegin Frau Yündem unterrichtet und den restlichen Unterricht in ihren Kerngruppen erteilt bekommen.

Pax An: Wie viele Kinder kommen in eine Klasse und sind es alles Flüchtlinge?

Frau Schütte: Wie gesagt, es werden so zwischen 15 und 18 Kinder in diese Klasse kommen, aber es sind NICHT alles Flüchtlinge, sondern auch welche, die zum Beispiel aus familiären Gründe nach Deutschland gezogen sind.


Pax An: Wie sah denn die Planung der Internationalen Klasse aus?

Frau Schütte: Wir haben das schon länger geplant, aber gemerkt, dass man vieles nicht planen, sondern nur spontan machen kann, wenn die Kinder da sind. Denn erst dann weiß man, was sie brauchen und was wir noch organisieren müssen. Eigentlich war das ganz gut, dass die Kinder in Päckchen (Nein, nicht per Post!) gekommen sind. Daraufhin haben wir angefangen, ehrenamtlichen Deutschunterricht aus dem Kollegium heraus zu organisieren und Paten für die Kinder in den Klassen gefunden. Jetzt schauen wir gerade, welches Material noch benötigt wird, beispielsweise Vokabelkästen oder Bücher. Auch wichtig sind die individuellen Stundenpläne, damit jeder den Unterricht bekommt, den er benötigt.


Pax An: Wie hat die Schulleitung auf den Plan reagiert?

Frau Schütte: Sehr positiv! Das wurde von Anfang an sehr unterstützt, denn auch wir als christliche Schule müssen das ja vorantreiben. Ich glaube, die Schulleitung steht da voll und ganz hinter.


Pax An: Wie wird der Unterricht denn konkret aussehen?

Frau Schütte: Da seid ihr bei mir an der falschen Adresse, aber ihr könnt mal Frau Yündem fragen. Ich bin eher für das Drumherum zuständig, beispielsweise wenn ein Schüler seine Brieftasche im Bus vergisst oder so was. Der Unterricht an sich wird sehr differenziert, denn mit manchen Kinder kann man sich schon richtig gut unterhalten. Mit denen wird auch dann schon mehr Grammatik gemacht, mit den anderen wird zunächst der Wor tschatz und grundlegende Grammatik geübt. Sicher ist aber, dass nicht alle 15-18 Schüler immer zusammensitzen.


Pax An: Glauben Sie, dass sich diese Kinder danach besser in den "normalen" Unterricht einbringen können?

Frau Schütte: Auf jeden Fall! Weil der wichtigste Schlüssel für den Unterricht ja wirklich die Sprache ist. Diese müssen sie zuerst lernen. Denn wenn man die Sprache, in dem Land, in dem man zur Schule geht, nicht kann, dann sitzt man nur da und schiebt Langeweile, während man nur Bahnhof versteht. Natürlich werden die Kinder langfristige Unterstützung brauchen, denn mit einem "Wir machen einen 2-jährigen Kurs und dann wars das" geht es natürlich nicht. Deutsch wird für sie noch lange eine Fremdsprache bleiben.


Pax An: Vielen Dank für das Interview.

Frau Schütte: Gern Geschehen

Ole

[Bild: CC0 https://pixabay.com/de/zusammen-team-menschen-kreis-h%C3%A4nde-235128/]